"Ich bin vergnügt, erlöst, befreit"

Reformation . Im Rheinland. Seit 1517.

Jesus Christus ... Gott will bei mir wohnen

Foto: EKIR/Andre Zelck

Was heißt das?

Ein kleiner Mann steht am Zoll. Er heißt Zachäus. Zachäus ist korrupt. Wer nach Jericho will, muss zahlen: Bakschisch, Wegegeld wandert in seine Taschen. Darum hassen die Reisenden Zachäus. Keiner in Jericho ist gut auf ihn zu sprechen. Als Jesus in die Stadt kommt, wird Zachäus neugierig: So viel wird über Jesus erzählt! Er verlässt seinen Posten und klettert auf einen Maulbeerbaum, um Jesus zu sehen. Und Jesus? Überraschung! Er sieht ihn, er bleibt stehen, er spricht ihn an: „Komm schnellstens von deinem Baum herunter, Zachäus. Ich muss heute bei dir einkehren.“ Dieser Besuch verändert Zachäus‘ Leben. Er will sein Unrecht wiedergutmachen und gibt den Armen viel Geld zurück. (Lukas 19, 1-10)

Was bringt das?

Es ist so schwer auszuhalten, wenn andere mich kritisch sehen: zu Hause, in der Schule oder am Arbeitsplatz. Manchmal denke ich: Sie haben sogar recht. Noch schwerer wird es, wenn ich selbst kein gutes Haar an mir lasse. Selbst wenn ich etwas ändern will, meist bleibe ich doch, wie ich war. Vergnügt, erlöst, befreit? Weit entfernt davon! Dann höre ich: Jesus kommt zur mir. Er spricht mich an, wie ich gerade dran und drauf bin. So macht er mein Herz weit und mein Leben anders, besser. Ich erkenne: Wenn Jesus mich entdeckt, dann kann ich mich – und andere – auch neu entdecken. Das erlöst mich und lässt mich anders leben.

Gnade ... kommt mir entgegen

Foto: EKIR/Markus J. Feger

Was heißt das?

Der jüngere Sohn verlässt den elterlichen Hof. Er hat sich das Erbe auszahlen lassen und geht weg. Es zieht ihn in die Stadt. Er wirft mit dem Geld um sich: Bald ist er pleite und steht auf der Straße. Keiner will ihm helfen. Bei einem Schweinebauern kommt er unter, isst aus Verzweiflung, was die Säue fressen. „Der ärmste Tagelöhner auf dem Hof meines Vater hat es besser als ich“, denkt er und kehrt um mit weichen Knien. Schimpf erwartet er und Schande. Und der Vater auf dem Hof? Überraschung! Er erkennt sein Kind aus weiter Ferne. Er läuft ihm entgegen, fällt ihm um den Hals und küsst ihn. Was bewegt den Vater? „Mein Kind war verloren und ist wiedergefunden.“ (Lukas 15, 11-32)

Was bringt das?

Um Himmels willen, in was habe ich mich da hineingeritten? Oder in was bin ich da geraten? Ich fühle mich wertlos, mitten in einer Lebenskrise. Ich merke: Ich habe selbst meinen Teil dazu beigetragen. Irgendwie sehen das alle und haben ihr Urteil schon gefällt. Wer weiß, was noch alles kommt? Vergnügt, erlöst, befreit? Weit entfernt davon! Dann höre ich: Gott kommt mir mit offenen Armen entgegen. Er freut sich, dass ich komme. Ich bedeute ihm viel. Er richtet mich auf. Ich erkenne: Gott freut sich, wenn er mich sieht. Darum kann ich mich selbst auch ansehen, ungeschminkt, mit Licht und Schatten. Das macht mich vergnügt.

Glaube ... tut mir gut

Foto: EKIR/Petra Warras

Was heißt das?

Eine stadtbekannte Frau hört: Jesus ist beim Gelehrten Simon zu Besuch. Das bewegt sie sehr. Sie kommt mit einem Glas Salböl ins Haus des Gelehrten und kniet bei Jesus nieder. Eine innige Szene beginnt: Ihre Tränen benetzen seine Füße. Die Frau trocknet die Füße mit ihren Haaren, küsst und salbt sie. Das bringt den Gelehrten gegen Jesus auf. Er meint: So was lässt ein Prophet nicht zu. Und Jesus? Überraschung! Jesus erinnert Simon daran: Diese Frau hat Liebe gezeigt. Jesus wendet sich danach ganz der Frau zu: „Dein Glaube hat dir geholfen; geh hin in Frieden.“ (Lukas 7, 36-50)

Was bringt das?

Das Herz verloren: an einen Menschen, an eine Sache, an meinen Besitz, an den Beruf. Dann zerbricht etwas: Der Mensch geht weg, die gute Sache entgleist, die Kurse fallen, am Arbeitsplatz mehr Frust als Lust. Mein Herz, meine Mitte ist auf einmal weg. Was habe ich noch, woran ich mich halten kann? Vergnügt, erlöst, befreit? Weit entfernt davon! Dann höre ich: Gott schenkt meinem Herzen Heimat. Ihm kann ich vertrauen. Mein Leben wird weit. Das andere bleibt, aber ich hänge mein Herz nicht daran. Ich finde Frieden. Das macht mich frei.

Die Bibel ... sagt mir was

Foto: EKIR/Markus J. Feger

Was heißt das?

Ein Mensch, so hat Jesus erzählt, wurde auf seiner Reise überfallen und übel zugerichtet. Priester und Schriftgelehrte zogen an dem Verletzten vorbei, ohne eine Hand zu rühren. Schließlich war es ein Ausländer aus Samarien, der seinen Esel anhielt, um den Verletzten zu verarzten. Er zahlte ihm sogar die Herberge, damit die Wunden heilen konnten. Warum erzählt Jesus die Geschichte? Weil die Leute ihn immer wieder fragen, was sie tun sollen. Aber wo finden sich Antworten? Überraschung! Jesus antwortet: „Schlag nach! Was steht geschrieben? Was liest du?“ – „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt. Und deinen Nächsten wie dich selbst.“ (5. Mose 6,5; 3. Mose 19,18) (Lukas 10, 25-27)

Was bringt das?

Mein Leben ist spannend. Ich habe Fragen. Von was soll ich mich trennen, worauf mich einlassen? Ideen für Antworten gibt es viele. Aber ich muss das Leben neu erfinden, mich gab es vorher noch nicht. Vergnügt, erlöst, befreit? Weit entfernt davon! Dann höre ich: „Lies selbst ...“ Mir wird zugemutet: Selbst verstehen! Ich entdecke meinen Bibelspruch zur Konfirmation. Ein Leitsatz fürs Leben. Dann ein Plakat mit Flüchtlingen, darauf ein Bibelzitat. Alte Sätze und Geschichten, in denen das Leben heute vorkommt. Die von einem roten Faden erzählen, der im größten Durcheinander auffindbar bleibt. Ich kann selbst eine Antwort geben. Ich erkenne: Die Bibel gibt mir Orientierung und Freiheit. Ich bin vergnügt, erlöst, befreit.

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