Warum wurde Gott Mensch?

Schwere Frage, antwortet Dr. Christoph Urban, Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Konz und gibt drei Antworten:

eine kurze und gute, eine lange, nicht so gute, und eine kurze, noch bessere, wie ich finde. Also, warum wurde Gott Mensch? Erste Antwort: Es hat ihm so gefallen. Zugegeben sehr kurz, ist aber wahr. Kann man nichts gegen sagen. Gott ist frei und souverän. Er wollte als Mensch zur Welt kommen in einem Stall in Bethlehem. Außerdem soll das nicht heißen, dass man sich über diese Frage nicht ordentlich den Kopf zerbrechen kann und dies nicht schon Generationen von Theologinnen und Theologen getan hätten.

Der berühmteste von ihnen ist Anselm von Canterbury. Der italienische Theologe aus dem 11. Jahrhundert verbrachte die meis­te Zeit seines Lebens in Frankreich und war später Erzbischof von Canterbury, daher der Beiname. Anselm hat eine ganze Schrift über unsere Frage verfasst. Sie heißt auf Latein: Cur deus homo? Zu deutsch: Warum wurde Gott Mensch? Die Antwort, die Anselm in seinem Buch gegeben hat, es ist die zweite auf unsere Frage, befriedigt heute nicht mehr. Sie hat aber als sogenannte Satisfaktionslehre die abendländische Theologie stark geprägt.

Anselm setzt voraus, dass der Mensch von sich aus ein heilloser Sünder ist. Dieser menschlichen Schuld kann nur durch Sühne begegnet werden, also einer Ersatzleistung. Es braucht daher notwendig ein menschliches Opfer. Auf der anderen Seite kann der Mensch überhaupt kein angemessenes Opfer leisten, das der Schwere seiner unendlich großen Schuld entsprechen würde, dies kann nur Gott. Daher wird Gott Mensch. In Jesus Christus leidet er den Kreuzestod als Sühnopfer für die sündige Menschheit. Problematisch an dieser Vorstellung ist das Bild eines geradezu rachsüchtigen Gottes, der nach Genugtuung verlangt. Außerdem verträgt sich die Notwendigkeit dieses Geschehens nicht mit der Freiheit Gottes. Der meiner Ansicht nach richtige Kern besteht in der Wahrnehmung der Bedürftigkeit des Menschen, der offenbar nicht allein von sich aus zu Gott gelangt.

Wir müssen bei der Frage, warum Gott Mensch wurde, also mehreres miteinander verbinden: zum einen die Freiheit Gottes. Gott ist souverän, er handelt, wie er will. Zum Zweiten die Bedürftigkeit des Menschen, der den unendlichen Unterschied zwischen ihm und Gott nicht von sich aus überwinden kann. Zum Letzten Gottes Güte, die wir im Reden und Handeln seines Sohnes Jesus Christus vorgelebt bekommen haben. Daher lautet die dritte Antwort auf die Frage, warum Gott Mensch wurde – und ich persönlich würde mich für sie entscheiden: „Gott wird Mensch dir, Mensch, zugute.“ So hat es der Liederdichter Paul Gerhardt unnachahmlich ausgedrückt in seinem Weihnachtslied „Fröhlich soll mein Herze springen“ (Ev. Gesangbuch Lied Nr. 36). Es möge in diesen Tagen reichlich erklingen in unseren Kirchen und Familien.

Christoph Urban

Quelle: ekir.info, 6/2019

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