Kann man ökumenisch taufen?

Im Alltag der Kirchen wird noch viel zu wenig deutlich, dass es nur die eine Taufe gibt. Dabei schöpfen alle Konfessionen aus derselben Quelle. Eine neue Handreichung mehrerer Bistümer und Landeskirchen begründet und beschreibt jetzt gemeinsam Feiern.

"Kann man ökumenisch taufen?" Die Frage müsste umgekehrt gestellt werden: "Kann man nicht ökumenisch taufen"? "Ich bin evangelisch getauft und dann ausgetreten", oder: "Wir haben unsere Kinder katholisch taufen lassen." Unserer Erfahrung nach wird man durch die Taufe: evangelisch, römisch-katholisch oder gehört einer anderen christlichen Konfession an. Kirchenrechtlich wird man zwar tatsächlich durch die Taufe Mitglied der evangelischen, katholischen, griechisch-orthodoxen oder einer anderen Kirche. Je nachdem, wo die Taufe ins Kirchenbuch eingetragen wird. Und das ist auch gut so, denn schließlich soll ein getaufter Mensch irgendwo mit seinem Glauben beheimatet sein. Er oder sie soll eine konkrete Gemeinde haben, die für ihn oder sie Verantwortung übernimmt. Auch die Ausgestaltung der Tauffeier ist je nach Kirche verschieden.

"Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe", heißt es aber im Neuen Testament (Epheser 4,5). Auch im Glaubensbekenntnis von Nizäa und Konstantinopel bekennen wir die eine Taufe. Ökumenische Taufe ist also eigentlich ein "weißer Schimmel". Die Rhetorik nennt solche vom Sinn her überflüssigen Ergänzungen Pleonasmus. Denn durch die Taufe wird jeder Mensch Jesus Christus anvertraut und Mitglied seiner einen Kirche.

In der Magdeburger Tauferklärung 2007 haben die meisten Kirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland die Taufe wechselseitig anerkannt. Sie stimmen in ihrem Verständnis der Taufe als sakramentalem Band der Einheit, in ihrer Tauftheologie und ihrer Taufpraxis überein. Wenn man die Konfession wechselt, wird man daher nicht noch einmal getauft. Nicht unterschrieben haben 2007 die taufgesinnten Kirchen (zum Beispiel die Baptisten und Mennoniten), die in einer Gläubigentaufe meist Erwachsene oder Jugendliche taufen. Genauer: Diese Kirchen setzen die Akzente in der Bedeutung und Reihenfolge von Gottes Gnade, dem Hineinwachsen in den Glauben, der persönlichen Entscheidung, zur Kirche zu gehören, und der Gabe des Heiligen Geistes anders.

Eine Taufe ist also eigentlich immer ökumenisch. Im Alltag der Kirchen wird das aber leider noch viel zu wenig deutlich. Hier und da gibt es schon ökumenische Feiern zur Tauferinnerung. Viele Paare und Familien sind konfessionsverbindend und leben ihren Glauben ökumenisch. Immerhin  liegt jetzt eine Handreichung vor, die das Erzbistum Paderborn, das Ruhrbistum Essen und die evangelischen Landeskirchen in NRW erarbeitet haben. Sie begründet und gibt praktische Hinweise für eine gemeinsame, tatsächlich ökumenische Feier der Taufe, besonders für die von Kindern aus konfessionsverbindenden Familien. Wenn der coronabedingte Taufstau nun nach und nach abgebaut wird, kann das also so oft wie möglich ökumenisch geschehen. Die Feier soll alle Getauften darin stärken, dass wir aus der einen Quelle, der einen Taufe, schöpfen.

Die Handreichung steht im Internet schöpfungsbewahrend als PDF-Datei unter ekir.de/url/BB5 zum Download zur Verfügung. Einige Exemplare können im Ökumene-Dezernat des Landeskirchenamts auch unter der Mailadresse johanne.asakura@ekir.de bestellt werden.

Markus Schaefer

Quelle: EKiR.info 4/2021

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