Was hat das Christkind noch mit Jesus zu tun?

Ganz viel – und es steht für den „Markenkern“ von Weihnachten. Das hat schon Martin Luther so gesehen. Er stellte es in die Mitte des christlichen Brauchtums.

Ich muss auch gut evangelisch nicht jede Geschichte bis auf den Grund hinterfragen. Weihnachten hat seinen Zauber gerade auch mit dem Stall von Bethlehem und der Krippe. Und dort liegt unter dem Stern, von Maria und Josef, Ochs und Esel, Hirten und Engel fürsorglich bewacht: das Christkind.

War das wirklich genau so? Das ist nicht entscheidend. Die Botschaft zählt. Und Krippen erfreuen sich seit Jahren größter Beliebtheit. Auch bei Menschen, denen unsere christlichen Traditionen ferner sind. Und in Coronazeiten, wenn sich viele Menschen überlegen, ob oder wie sie überhaupt Weihnachten in der Kirche feiern können, kommt dem „Christkind zu Hause“ noch einmal eine ganz besondere Bedeutung zu.

Doch was hat das Christkind mit Jesus zu tun? Ganz viel. Das hat schon Martin Luther so gesehen. Darum hat er es in die Mitte des christlichen Brauchtums gestellt. Ist es doch die Zartheit, die Verletzlichkeit des neugeborenen Kindes, das Gottes Erscheinen in der Welt sichtbar und nachempfindbar macht. Das Christkind ist sozusagen Weihnachtstheologie fürs Volk. „Auf dass jeder verstehe, was Gott uns Menschen schenken möchte“ (Luther). Nämlich vorbehaltlose Liebe und Nähe. Dafür ist Jesus, Gottes Sohn, in die Welt gekommen. Davon erzählt legendär die mich alle Jahre wieder neu berührende Weihnachtsgeschichte im Lukasevangelium.

Mit dem Christkind verschob Luther den Fokus vom überbordenden Heiligenkult seiner Zeit damals zurück auf das Evangelium, also die biblische Überlieferung. Nicht der heilige Nikolaus bringt Heil und Gaben, sondern Gott selbst in Jesus Christus. So wanderte die Bescherung vom Nikolaustag nach Weihnachten.

Heute ist das Christkind für mich so etwas wie das letzte Bollwerk gegen den Coca-Cola-Weihnachtsmann und die Kommerzialisierung, die dieses Fest prägt. Doch der Verdruss über sinnentleerte Festtage steigt in der Gesellschaft, ist mein Eindruck, und zugleich wächst die Sehnsucht vieler, mitten im Geschenke-Such- und -Kaufmarathon dem Geheimnis von Weihnachten wieder auf die Spur zu kommen. Wir sind als Kirchen daher gut beraten, den Menschen den „Markenkern“ der Weihnachtszeit mit Herz und Verstand neu nahezubringen.

Dafür eignet sich das Christkind wunderbar. Es steht für die Konzentration auf das, warum wir Weihnachten feiern. Weil Gott Mensch geworden ist, um uns ganz nahe zu sein. Ich lese Heiligabend mir, meinen Kindern und meiner Frau aber eben keine Dogmatik zur Christologie und Menschwerdung Gottes vor, sondern schaue in die Krippe, verschicke eine liebe Weihnachtspostkarte mit Motiv oder einen Post über die digitalen Netzwerke: Gesegnete Weihnachten – mit Christkind!

Joachim Gerhardt

Quelle: EKiR.info 6/2020

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