Ausgelassene Stimmung mit dem "Heiligen Dreigestirn" aus Stolberg

Pfarrerstrio führte durch 21. Ökumenische Karnevalssitzung - Gelungene Büttenrede der stellvertretenden Stolberger Bürgermeisterin und Dreigestirn aus Köln-Porz zu Gast

Was wäre eine ökumenische Karnevalssitzung ohne das "Heilige Dreigestirn"? Sicherlich halb so gut, wenn das aus den evangelischen Pfarrern Andreas Hinze und Uwe Loeper sowie dem katholischen Pfarrer Hans-Rolf Funken bestehende Trio, das auch scherzhaft als Heiliges Dreigestirn bezeichnet wird, bei der ökumenischen Sitzung mal nicht Regie führen würde. Aber keine Sorge. Denn auch bei der 21. ökumenischen Karnevalssitzung im Gemeindezentrum an der Stolberger Frankentalstraße hielt das bewährte Trio alle Fäden in der Hand. Gewohnt souverän und immer zu Scherzen aufgelegt, führte das Pfarrerstrio durch das mehrstündige, abwechslungsreiche Programm.

Ein buntes Bühnenprogramm sorgt für ausgelassene Stimmung

Den Start hatte traditionell als "Hausgesellschaft" die KG Fidele Zunfthäre gemacht, die ihre Mariechen und ihre Garde zu schwungvollen Tanzdarbietungen animierte. Danach eroberte der Stolberger Stadtprinz Ecki I. (Eckhard Braun) die Bühne. Er hatte seinen Hofstaat und eine Abordnung der KG Erste Große mitgebracht. Gemeinsam mit seinem Hofstaat präsentierte Tollität ein karnevalistisches Medley. Den Programmreigen setzten danach die KG Vicht und die KG "De Wenkbülle" vom Donnerberg fort. Sie begeisterten das Publikum ebenfalls mit Tanzdarbietungen und der Präsentation ihrer Mariechen. Etwas besonderes hatte die KG De Wenkbülle zu bieten. Denn sie besitzt mit Selina I. (Linzenich) eine eigene Kinderprinzessin.

Brand, Büttenrede und viel Musik

Den ersten Höhepunkt erreichte das Programm, als die KG Brander Stiere mit ihrem Bürgerprinz Karsten I. (Kehren) aufmarschierte. Denn traditionell gehört der Besuch des Brander Prinzen mit seinem Gefolge zu den Highlights der gemeinsamen Sitzung von Katholiken und Protestanten. Schließlich besteht der vierte Pfarrbezirk von Stolbergs evangelischer Kirchengemeinde auch aus Brand. Und Brander Gäste sind - wie auch diesmal - gern gesehene Besucher der ökumenischen Karnevalsveranstaltung.

Mit einer gelungenen Büttenrede überraschte die 1. stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Stolberg, Karina Wahlen, die bunt kostümierten Gäste. Sie präsentierte sich mit Toilettenbürste und Wischmopp bewaffnet, als "Lokusfrau vom Hauptbahnhof" und überreichte dem geistlichen Präsidententrio Gutscheine zur kostenlosen Nutzung der Toilettenanlage im Stolberger Hauptbahnhof an der Rhenaniastraße.

Das Dreigestirn aus Köln-Porz sorgt für Stimmung bei den rund 150 Gästen

Ein weiterer Höhepunkt wurde erreicht, als das aus Köln-Porz stammende Dreigestirn mit Prinz Markus I. (Galle), Jungfrau Helene (Benz) und Bauer Dennis (Wodarz) den Saal betrat. Dabei präsentierte sich Prinz Markus I. mit Gitarre ausgestattet als Stimmungssänger, der unter anderem Alt-Kölsche-Lieder sowie Songs von den Bläck Föss zum Besten gab. Zu später Stunde eroberten dann die KG Mölle und die Showtanzgruppe der KG De Wenkbülle die Bühne: Die Mölle (Mühle) begeisterte mit Mariechentänzen und die vom Donnerberg stammende Wenkbülle bot eine glänzende Choreografie. Die Unterhaltung der etwa 150 Gäste mit schmissigen Karnevalsmelodien hatte Alleinunterhalter Frank Hoffmann übernommen.

Ökumene wird in Stolberg groß geschrieben

Wieder einmal zog die ökumenische Gemeinschaft unter der Leitung der drei Pfarrer alle Register des karnevalistischen Frohsinns und bot ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm, das aus Musik, Showtanz und Prinzenbesuchen bestand. Den Stellenwert, den die ökumenische Karnevalssitzung für Katholiken und Protestanten in Stolberg besitzt, stellte Pfarrer Andreas Hinze mit den Worten dar:

"Ökumene wird schon seit langem in Stolberg groß geschrieben. Standen bisher beispielsweise mit dem ökumenischen Kreuzweg, dem ökumenischen Pfingstgottesdienst und der Aktion "Pausenzeichen setzen" theologische Veranstaltungen im Vordergrund, kamen mein katholischer Amtsbruder Hans-Rolf Funken und ich in den späten 1990er Jahren auf die Idee, mal eine karnevalistische Veranstaltung ins Leben zu rufen. So fand 1998 die erste ökumenische Karnevalssitzung statt, die seitdem bei den Mitgliedern der beiden Konfessionen auf großen Zuspruch und großes Interesse stößt".

(Text: Toni Dörflinger)

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