23.07.2021

Erste Soforthilfe für die Eifel

Diakonie besucht Kirchengemeinde Kall im Katastrophengebiet - Pfarrer Erik Schumacher berichtet von der ersten Woche nach der Katastrophe

Thomas Oelkers, Hans Peter Bruckhoff, Malte Duisberg, Ulrich Lilie und Martin Kessler bei der Übergabe von Trocknungsgeräten an das Evangelische Alten- und Pflegeheim EVA in Kall. (Foto: Hermann Bredehorst/Diakonie Katastrophenhilfe)

Leben konnte gerettet werden, aber Wohnungen sind genauso zerstört wie die ganze Infrastruktur im Schleidener Tal. Diakoniepräsident Ulrich Lilie, der Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe, Martin Keßler, und der Vorstand des Diakonischen Werkes Rheinland-Westfalen-Lippe (Diakonie RWL) haben die von der Flutkatastrophe stark betroffene Evangelische Kirche in Kall besucht. Mit im Gepäck hatten sie Trockengeräte für die Aufräumarbeiten.

In den kommenden Tagen verteilt die Diakonie RWL rund 100 solcher Geräte in Regionen, in denen die Aufräumarbeiten begonnen haben.
"Es ist unglaublich zu sehen, wie hier die Kraft des Wassers gewütet hat", sagte Diakonie-Präsident Ulrich Lilie. "Wir sind zutiefst betroffen und fühlen mit allen Menschen, die ihr Hab und Gut verloren haben.“ Martin Keßler versprach: „Wir werden nun unbürokratisch und schnell helfen." Die drei Vorstände besuchten ein überflutetes Seniorenheim der Kirchengemeinde, in dem 15 Appartements des betreuten Wohnens im Erdgeschoss vollständig zerstört wurden, sprachen mit dem Einrichtungsleiter, Pfarrer und Gemeindemitgliedern, deren Häuser überflutet wurden.

Schnelle und unbürokratische Hilfe

Gemeinsam stellen die evangelische Kirche und die Diakonie in einem ersten Schritt vier Millionen Euro für Betroffene der Flutkatastrophe bereit. Einzelpersonen bekommen so schnell und unbürokratisch Hilfen von bis zu 1.500 Euro. Die Bargeldauszahlungen können zum Beispiel für technisches Gerät zur Beseitigung der Flutschäden, für Lebensmittel oder Hausrat eingesetzt werden.
"Es ist ein großes Glück, dass niemand in unseren Seniorenhäusern ums Leben gekommen ist, aber die materiellen Schäden sind enorm und viele Menschen sind traumatisiert", erzählt Pfarrer Erik Schumacher von der Evangelischen Trinitatis Gemeinde Schleidener Tal. In Kall wie auch im Nachbarort Gemünd sei die gesamte Infrastruktur zusammengebrochen. Wohnhäuser, Geschäfte und Bankautomaten seien zerstört. Es gebe keinen öffentlichen Nahverkehr mehr. "Neben Soforthilfen brauchen wir auch schnell eine Beratungsstelle vor Ort, die das Auszahlen der Gelder koordiniert", betonte Schumacher.

"Die großen Dinge sind beseitigt, aber jetzt kommt noch viel Arbeit"

Erik Schumacher hat hautnah mitbekommen, was die Flutkatastrophe angerichtet hat. Er selbst lebt in Schleiden, war aber im Urlaub als die Wassermassen den Ort erreichten. "Meine Kinder haben schnell noch versucht, in der Schleidener Kirche alle elektrischen Geräte eine Etage höher zu tragen. Das Wasser kam aber so schnell, dass sie es kaum noch aus der Kirche rausgeschafft haben", erzählt er. Dann ist auch noch der Strom ausgefallen und das Mobilfunknetz zusammengebrochen. "Das war schrecklich, als wir erst am folgenden Morgen die Nachricht erhielten, dass es den Kindern gut geht."
Der Pfarrer brach seinen Urlaub ab und ist seitdem in den Orten der Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal unterwegs um zu helfen, wo es geht. Das Gemeindebüro in Gemünd ist komplett "verschwunden", die Kirche gleicht einem Rohbau.

In Schleiden stand das Wasser zeitweise zwei bis drei Meter hoch, in Kall und und Hellenthal sind die Schäden noch vergleichsweise überschaubar. Die Kirchenbänke konnten noch gerettet werden und sind aktuell in der Kirche in Harperscheid gelagert, die seit einiger Zeit zum Verkauf steht. "In Schleiden wird es einige Monate dauern, bis die Wände neu und denkmalschutzkonform verputzt und gestrichen werden und eine neue Heizanlage installiert ist. Die Kirche in Gemünd allerdings wird über mehrere Jahre nicht nutzbar sein", schätzt er.
Beeindruckt ist er von der Anzahl an Helfern, die sich gegenseitig und auch die Bewohner immer wieder neu motivieren, um weiterzumachen. "Die großen Dinge sind beseitigt, jetzt kommt die Kleinstarbeit, Seelsorge und vielleicht der Wiederaufbau."

Unterstützung für besonders betroffene Regionen

Diakonie RWL-Vorstand Thomas Oelkers sicherte schnelle Unterstützung zu. „Knapp 30 diakonische Einrichtungen und Kirchengemeinden haben bereits Anträge für die Sofortgelder eingereicht, bisher wurden mehr als 200.000 Euro an Betroffene ausgezahlt – und das wird stündlich mehr“, sagt Diakonie RWL-Vorstand Thomas Oelkers. Aktuell kommen die Anträge aus Städten, die noch eine gewisse Infrastruktur besitzen, in denen es zum Beispiel wieder Strom gibt. Doch auch für besonders betroffene Regionen gebe es zum Teil pragmatische Lösungen: „Einige Bonner Einrichtungen beantragen Soforthilfe-Gelder für die Büros im zerstörten Ahrtal und fahren das Geld dort hin, damit es an die Menschen ausgezahlt werden kann“, berichtet Oelkers.  Die bereitgestellten Gelder werden für ganz unterschiedliche Bedarfe eingesetzt, zum Beispiel für Fahrzeuge, die Einrichtungen benötigen, um Bewohner zu transportieren. Und: „Wir bieten an, auch Bestattungskosten zu übernehmen. Eine würdevolle Beerdigung ist Diakonie und Kirche in dieser dramatischen Zeit ein Anliegen“, betont RWL-Vorstand Thomas Oelkers.

Das Spendenkonto der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe lautet:
Diakonisches Werk Rheinland-Westfalen-Lippe e.V. – Diakonie RWL
IBAN: DE79 3506 0190 1014 1550 20
BIC: GENODED1DKD
Stichwort: Hochwasser-Hilfe

Das Spendenkonto der Diakonie Katastrophenhilfe lautet:
Diakonie Katastrophenhilfe, Berlin
IBAN: DE68 5206 0410 0000 5025 02
BIC: GENODEF1EK1
Stichwort: Hochwasserhilfe Deutschland

(Text: Ilka Hahn/ Maribel Porras)

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