Gemeinsam Perspektiven schaffen

80. Landessynode tagte erneut in Bonn – Aachener Synodalde nehmen verschiedene Eindrücke und Impulse mit

Über 200 Teilnehmende, fünf Tage, zahlreiche Themen und mittendrin ein Finanzpaket, das die Zukunft der Evangelischen Kirche im Rheinland sichern soll: Die 80. Landessynode der EKiR tagte vom 16. bis zum 20. Januar in Bonn. Viele Stunden haben die Abgeordneten in Kleingruppen, in Ausschüssen und schließlich im Plenum miteinander diskutiert, abgewogen und am Ende Kompromisse gefunden, die nun maßgeblich den Weg der Landeskirche bestimmen werden.

Auch der Evangelische Kirchenkreis Aachen war wieder mit vier Delegierten präsent: Superintendentin Pfarrerin Verena Jantzen, Dr. Britta Rosen, Pfarrer Axel Neudorf und Malte Duisburg (stellv. für Claudia Immendorf). Gemeinsam haben sie die Interessen des Kirchenkreises in Bonn vertreten und sind darüber mit vielen verschiedenen Menschen in den Austausch gekommen.

Schon zum zweiten Mal findet die Landessynode der EkiR im Maritim-Hotel in Bonn statt.

Zum zweiten Mal fand die Landessynode der EKiR im Maritim-Hotel in Bonn statt.

Die Synodalen des Kirchenkreises Aachen an ihrem Tisch im Plenum.

Die Synodalen des Kirchenkreises Aachen an ihrem Tisch im Plenum.

Fidget-Toys und Getränke: Die Synodalen wurden für die langen Plenar-Sitzungen ausreichend versorgt.

Fidget-Toys und Getränke: Die Synodalen wurden für die langen Plenar-Sitzungen ausreichend versorgt.

Schon zum zweiten Mal findet die Landessynode der EkiR im Maritim-Hotel in Bonn statt.

Schon zum zweiten Mal findet die Landessynode der EkiR im Maritim-Hotel in Bonn statt.

Finanzstrategie im Fokus

Es war keine leichte Aufgabe, die die Synodalen vor sich hatten: Die geplanten Einsparungen im Finanzpaket, das innerhalb eines Jahres erarbeitet worden ist, mussten gemeinsam beschlossen werden. Und doch schafften die Teilnehmenden es nach drei Tagen intensiver Beratung am Montag der Synode, die Maßnahmen mit einigen Änderungen zu beschließen. So konnte die Arbeit mit geflüchteten und arbeitslosen Menschen, sowie die Hilfeleistungen für Schwangere in Härtefällen weitgehend aufrechterhalten werden. Immer wieder wurde von den Synodalen bekräftigt, dass sie in der Arbeit mit bedürftigen Menschen eine Kernaufgabe der Kirche sehen, die nicht wegfallen darf. 

Diese Haltung spiegelte sich auch in den politischen Beschlüssen der Synode wieder: So beschlossen die Abgeordneten verschiedenste Positionspapiere, die unter anderem die wachsende Armut in Deutschland, den Umgang mit Geflüchteten sowie die Gewalt gegen Demonstrierende im Iran scharf kritisieren. Auch Präses Thorsten Latzel nahm in seinem Bericht Bezug auf wachsende Krisen in der Welt: „Wir sind Teil einer mit sich selbst überforderten Welt“, sagt er, und spricht darüber, wie Kirche und Glauben sich in schwierigen Zeiten neu entdecken müssen.

Zukunftsperspektiven für die ESG

Ein großer Diskussionspunkt war in diesem Jahr das Fortbestehen der Evangelischen Studierendengemeinden (ESG). Ursprünglich geplant war die Übergabe dieser an die Kirchenkreise und die Aufgabe der Wohnheime. Zahlreichende Studierende reisten aus allen Gebieten der Landeskirche an, um ihre Interessen zu vertreten und mehr Beteiligung im Entscheidungsprozess zu fordern. Gemeinsam sprachen sie mit den Abgeordneten vor Ort über Alternativen, die das Weiterbestehen der Studierendengemeinden, der STUBE-Begleitprogramme für ausländische Studierende und des bezahlbaren Wohnraums ermöglichen könnten.

Klar war: In diesem Bereich sind weitere Gespräche und Beratungen nötig. Die Transformation wird partizipativ mit den Studierenden in den jeweiligen Kirchenkreisen gemeinsam gestaltet werden - und der Gestaltungsspielraum ist nun weiter gesteckt. Die bundesweite Marke der ESG (wie der rote Hahn als Logo) soll erhalten bleiben. Zusätzlich wurde die Aufgabe der Wohnheime durch die EKiR/Landeskirche bis 2030 aufgeschoben, damit auch an dieser Stelle partizipative Lösungsansätze für das Fortbestehen des bezahlbaren Wohnraums und dieser besonderen Art des Zusammenlebens gefunden werden kann. Sowohl die Studierenden als auch die Landessynodalen waren sehr erfreut darüber, dass sie gemeinsam Zukunftsperspektiven für die Evangelischen Studierendengemeinden schaffen konnten.

„Du bist kostbar“ ist das Motto des 40. Deutschen Evangelischen Kirchentags, der nächstes Jahr in Düsseldorf stattfindet.

„Du bist kostbar“ ist das Motto des 40. Deutschen Evangelischen Kirchentags, der nächstes Jahr in Düsseldorf stattfindet. Auch im Kirchenkreis Aachen gibt es Überlegungen, wie eine Beteilung am Programm möglich ist.

Die Aachener Synodalen mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Evangelischen Jugend im Rheinland Julian Pannen (links). Am 13. Juni findet der Jugendkongress der EJiR in Aachen statt.

Die Aachener Synodalen mit dem stellvertretenden Vorsitzenden der Evangelischen Jugend im Rheinland Julian Pannen (links). Am 13. Juni findet der Jugendkongress der EJiR in Aachen statt.

Was die Synodalen mit nach Aachen nehmen

„Das war eine ganz intensive Zeit“, sagt Superintendentin Verena Jantzen. Sie nehme nicht nur die vielen Gespräche mit nach Aachen, sondern auch neue Kontakte für die weitere Arbeit. Auch die anderen Abgeordneten des Aachener Kirchenkreises bringen ihre Eindrücke in die unterschiedlichen Gebiete des Kirchenkreises mit: So spricht Dr. Britta Rosen darüber, dass sie den Blick in die Vielfalt der Landesskirche mitnimmt, während Malte Duisburg davon beeindruckt war, wie intensiv und vertrauensvoll miteinander debattiert worden ist. Dabei hätten alle stets den Blick auf die Zukunft der Kirche gerichtet. Zuletzt fasst Pfarrer Axel Neudorf seine Erlebnisse auf der Landessynode wie folgt zusammen: „Wir haben miteinander gerungen, wir haben miteinander gesungen, sind dabei manchmal aus dem Takt gekommen aber am Schluss waren wir uns wieder einig“.

Alle Beschlüsse, Pressemitteilungen und Videos der Landessynode finden sich unter www.landessynode.ekir.de wieder. Die 81. Landessynode findet im nächsten Jahr vom 15. bis zum 19. Januar erneut in Bonn statt.

(Text: Carolin Heintz)

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