Vierter Fachtag Kitas zum Thema inklusive Entwicklungsbegleitung

Fast 90 Teilnehmerinnen trafen sich Mitte Mai in Stolberg, um sich über dieses Thema weiterzubilden

Bereits zum vierten Mal hatte der Kirchenkreis Aachen zu einem Fachtag für alle Mitarbeiter*innen in Kitas und Familienzentren in das ökumenische Gemeindezentrum Frankental in Stolberg eingeladen. Simone Wehr, Fachberatung für Kindertagesstätten, konnte 88 Kolleg*innen zum diesjährigen Fachtag mit dem Thema: “Da sein, sehen, stärken - Inklusive Entwicklungsbegleitung im Kita-Alltag” begrüßen.

Die Idee einer inklusiven Erziehung und Bildung ist nicht neu. Die Entwicklungen integrativer bzw. inklusiver Strukturen begannen in Deutschland bereits vor mittlerweile vier Jahrzehnten. Um dem Umfang des Themas Rechnung zu tragen, sollte für einen inklusiven, teilhabeorientierten Praxisalltag verknüpft gedacht werden. Bei der Umsetzung in die Praxis geht es darum, Unterschiede zwischen Kindern anzuerkennen, ohne dies mit einer Bewertung zu verbinden. Teilhabe in der Kita sollte nicht als Zusatzprogramm neben einem unverändert bleibenden pädagogischen Alltag gesehen werden, sondern ist eine Aufforderung an alle, die Entwicklung jedes einzelnen Kindes individuell zu begleiten.

Individuelle, inklusive Entwicklungsbegleitung ist keine Methode – sie ist eine Haltung. Eine Haltung, die Kinder sieht, wie sie sind. Die nicht auf das schaut, was (noch) nicht geht, sondern auf das, was sich entwickeln möchte, auf die Entwicklungspotenziale, so unterschiedlich und vielfältig sie auch sein mögen.

Aber was hieß das nun konkret für den Fachtag?

Es wurden in verschiedene Gruppenmodellen unter anderem folgende Fragen bearbeitet:

  • Wo leben wir diese inklusive Haltung schon heute – oft ganz selbstverständlich
  • Was brauchen Kinder, um sich gesehen, verstanden und angenommen zu fühlen?
  • Wie können wir Alltagsmomente noch bewusster nutzen, um Entwicklung zu unterstützen?
  • Wie kann uns das Marte Meo Konzept dabei helfen – als Haltung, als Werkzeug, als Weg, Entwicklungsmomente und -möglichkeiten sichtbar zu machen und Entwicklung individuell und „passgenau“ zu begleiten?
  • Und was brauchen die Fachkräfte, um sie dabei gut begleiten zu können? 

Dieser Fachtag lud alle Teilnehmenden dazu ein, gemeinsam innezuhalten und auf das zu schauen, was die Arbeit im Kern ausmacht: Beziehung, Haltung, echte Begegnung und Entwicklungsmöglichkeiten. 

Der Tag machte Mut

Als Referentin konnte Gerlinde Steigerwald, Dipl. Sozialpädagogin, Fachbereichsleiterin „Kitas und Familienzentren“ im Bildungswerk Aachen und lizenzierte Marte Meo-Supervisorin, als Referentin gewonnen werden. Unterstützt wurde sie dabei von ihrer Kollegin, Ilona Matzerath, MarteMeo-Praktikerin. 

Dieser Tag war eine Einladung zur Stärkung – fachlich und persönlich. Er sollte Mut machen, Perspektiven weiten und die eigene Wirksamkeit spürbar werden lassen. 

Natürlich bot der Fachtag durch die Vielfalt der Methoden auch wieder die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch der Kolleg*innen aus den unterschiedlichen Einrichtung des Kirchenkreises und führte zu anregenden und fachlichen Gesprächen.

Text: Simone Wehr, Fachberatung Kindertagesstätten des Kirchenkreises Aachen

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