Spontan und unkonventionell

Axel Neudorf wurde als neuer Pfarrer in Stolberg eingeführt

Ein bisschen spontan und ein bisschen unkonventionell – so könnte man den Einführungsgottesdienst von Pfarrer Axel Neudorf am vergangenen Sonntag in der Stolberger Finkenbergkirche beschreiben. Viele Mitglieder der Stolberger Kirchengemeinde hatten sich an diesem Sonntagnachmittag eingefunden, um den neuen Pfarrer zu begrüßen.  Dabei galt es am Anfang, eine schwierige Frage zu lösen: Aufstehen oder nicht aufstehen, wenn der neue Pfarrer zu Beginn einzieht?  Schnell war klar, bei so einem Anlass steht man auf. Auch viele Kollegen waren gekommen, um ihrem neuen Kollegen ihren Segen mit auf den Weg zu geben. Pfarrer Jens Wegmann hieß seinen neuen Kollegen in der Gemeinde offiziell willkommen.

Im Bewerbungsgottesdienst Bau mit Legosteinen

Die Gemeinde könne sich auf Axel Neudorf freuen, sagte Superintendent Hans-Peter Bruckhoff in seinem Grußwort. Er sei ein Mensch, der sich nicht nur mit dem ersten Blick zufrieden gebe. Und er verfüge über die für einen Pfarrer wichtige Eigenschaft, Dinge aus verschiedenen Perspektiven zu sehen und verschiedene, auch mal unkonventionelle  Zugänge zu den Menschen zu finden. So habe es ihn auch nicht überrascht, als Neudorf in seinem Bewerbungsgottesdienst die Teilnehmer mit Legosteinen bauen ließ. Genauso könne sich Pfarrer Neudorf auf seine neue Gemeinde freuen. Die Gemeinde Stolberg habe einen beeindruckenden Weg zurückgelegt und besonders in der Ökumene und im interreligiösen Dialog Meilensteine gesetzt. Die Zeit des gegenseitigen Kennenlernens beschrieb Bruckhoff mit dem Bild aus dem Epheserbrief: Ein Ausloten der Breite, Länge und Tiefe der Beziehung zwischen Pfarrer und Gemeinde.

Vor der Predigt noch als Bassist musiziert

Zur offiziellen Einführung versammelten sich Pfarrer, das Presbyterium und Gemeindeglieder im Halbkreis im Altarraum, um Pfarrer Neudorf ihre Segenswünsche mit auf seinen Weg zu geben. Dann stieg Axel Neudorf – nachdem er zwischendurch noch schnell als Bassist bei der Stolberger Kantorei eingesprungen war - selbst in die Kanzel. Als Predigtthema hatte er den Philipperbrief des Apostels Paulus gewählt. Die Stadt Philippi im östlichen Mazedonien war in der Antike eine bedeutende Handelsstadt und römische Militärkolonie. Paulus gründete dort die erste christliche Gemeinde auf europäischem Boden.

Parallelen zwischen eigener Situation und der des Apostels Paulus

Philippi wurde die Lieblingsgemeinde des Paulus. Viele Parallelen zu seiner eigenen Situation könne er in dem Brief entdecken, sagte Neudorf. Dank und Freude, die zentralen Begriffe in der Einleitung, empfinde auch er seiner neuen Aufgabe gegenüber, sagte Neudorf. Auch er komme nun in eine Gemeinde, wo er viele Leute aus früheren Zusammenhängen gut kenne. Seinen Brief verfasste der Apostel im römischen Gefängnis. Er beschreibt, dass seine Lage für die Verkündung des Evangeliums eher hilfreich wäre und dass sein Christsein durch das Leid bestärkt würde.

Gelungener Einstand klang mit Empfang im Gemeindezentrum aus

Was gibt Paulus die Kraft, so über seine Situation zu schreiben, habe er sich gefragt, sagte Neudorf. War er ein Romantiker, vor Liebe blind? War er so cool, dass ihm die Haft und die Repressalien der römischen Gefangenschaft nichts anhaben konnten, oder nimmt er seine Situation nicht ernst? Um seinen Standpunkt zu verdeutlichen, wählte Neudorf verschiedene Utensilien. Ein Papierherz, eine Sonnenbrille und eine Pappnase. Paulus finde im Leid ein Trotzdem, das ihm Kraft gebe. Er begreife die Haft als missionarische Gelegenheit, er lasse sich nicht unterkriegen. In dieser Hinsicht sei der Apostel auch in der jetzigen Zeit eine Inspiration. Die meisten waren sich einig: der Einstand war gelungen. Beim anschließenden Empfang im ökumenischen Gemeindezentrum Frankental nutzten viele dann noch die Gelegenheit, ihren neuen Pfarrer etwas besser kennenzulernen.

(Text und Bilder: Kathrin Albrecht)

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