Doppelter Grund zur Freude: Runder Geburtstag und Ende der Sanierungsarbeiten am Kinderheim Brand

Evangelisches Kinder- und Jugendheim Brand feiert 50-jähriges Bestehen - Wohnräume für Heimgruppen saniert

Gleich einen doppelten Anlass zur Freude gab es am vergangenen Wochenende in Aachen-Brand: Dort hat das Evangelische Kinderheim nicht nur einen runden Geburtstag gefeiert, sondern sich mit der Einweihung der frisch sanierten Gruppenhäuser auch gleich selbst beschenkt. Zahlreiche Besucher kamen zu diesem Anlass auf die weitläufige Anlage an der Freunder Landstraße, um im Gottesdienst und dem anschließenden Rahmenprogramm das 50-jährige Bestehen des Kinderheims zu feiern.

„Besonderer Ort voller Leben“

Hans-Peter Bruckhoff, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Aachen, war begeistert von den Bedingungen im Kinderheim Aachen-Brand: „Wenn man hierher kommt, dann spürt man schon beim Betreten der Anlage, dass dies ein besonderer Ort voller Leben ist“, bemerkte er im Gottesdienst. Mit Gedichten und Geschichten, die die jungen Bewohner des Kinderheims geschrieben hatten, machte er die Rolle des Evangelischen Kinderheims für seine Bewohner deutlich: Viele Kinder und Jugendliche hätten sich dort „ein Nest gebaut“.  Der Geschäftsführer der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Aachen-Brand, Horst Kreutz, bedankte sich indes für die hingebungsvolle Arbeit seiner Mitarbeiter. Er selbst hatte sich zwei Wochen vor der Jubiläumsfeier den Fuß gebrochen und war dadurch „außer Gefecht gesetzt.“ Wie das Team der Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe seinen Ausfall aufgefangen habe, mache ihn sehr stolz, erklärte er. Superintendent Bruckhoff wünschte dem Kinderheim indes, dass man dort „auch weiterhin aus einem Gottvertrauen heraus füreinander da ist.“

Spannendes Rahmenprogramm

Auch nach dem Gottesdienst gab es für die Besucher noch zahlreiche spannende Angebote. So unterhielten sich Vertreter des Kinderheims und der Politik sowie Bewohner des Kinderheims bei einer Podiumsdiskussion über die Bedeutung des Kinderheims. Zwei Ausstellungen zeigten die Geschichte des Kinder- und Jugendheimes und die „Lebenswelten“ seiner Bewohner. Außerdem konnten die Besucher bei Kaffee und Kuchen oder Gegrilltem ins Gespräch kommen. Auch für die Unterhaltung der Jüngsten war gesorgt: Bei Kegeln, Dosenwerfen und Entenangeln konnten sie ihr Geschick unter Beweis stellen und sogar Preise gewinnen.

Anforderungen steigen

Am 1. Juni 1965 nahm das Kinderheim Brand seine Arbeit auf. Damals bot es in zwei Gruppen Platz für insgesamt 32 Kinder ab drei Jahren, 24 Säuglinge, zehn „Krabbelkinder“ und vier Mütter. Heute kümmert sich die Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe Aachen-Brand um insgesamt 81 Kinder und Jugendliche, davon 40 in Tagesgruppen und 41 in Heimgruppen. Außerdem bietet das Familienzentrum „Regenbogen“ derzeit 73 Plätze für Kinder zwischen vier Monaten und sechs Jahren. Die Anforderungen an das Kinderheim seien dabei heute größer denn je, erklärt Thomas Beyer, Bereichsleiter für Tagesgruppen und soziale Gruppenarbeit: „Traditionelle Familienstrukturen brechen immer weiter auseinander, viele Familien überfordert das. Dann greifen wir ein und helfen.“ Außerdem seien viele Bewohner des Kinderheims heute unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die noch eine andere Form von Hilfe benötigen. Daher gestaltet die Evangelischen Kinder- und Jugendhilfe unter anderem seit Februar tagestrukturierende Maßnahmen für circa 15 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Die Anwesenheit der jungen Flüchtlinge schaffe eine sehr angenehme Atmosphäre: „Der Respekt, den die Flüchtlinge den Mitarbeitern hier entgegenbringen, ist ausgesprochen hoch. Da können sie für viele der anderen Bewohner als positives Beispiel vorangehen“.

Sanierung bringt zahlreiche Verbesserungen

Das halbe Jahrhundert, das seit der Gründung vergangen ist, hatte seine Spuren hinterlassen. Daher wurden die vier Wohnhäuser der Heimgruppen zuletzt grundsaniert. Die Sanierung habe neben einer allgemeinen „Auffrischung“ und großen Veränderungen – jedes Kind hat nun sein eigenes Zimmer - auch viele vermeintlich banale Dinge mit sich gebracht, erklärt Beyer: „Die Fenster haben jetzt zum Beispiel alle einen Sichtschutz, damit die Bewohner des Kinderheims mehr Privatsphäre genießen können.“ Für die Mitarbeiter sei die Arbeit nach der Sanierung viel entspannter, da sie nun beispielsweise über eigene Toiletten verfügen. Die Sanierung der Gebäude sei aber vor allem ein tolles und wichtiges Zeichen der Wertschätzung für die Kinder und Jugendlichen, so Beyer. Insgesamt biete das Kinderheim in Brand mit der weitläufigen Außenanlage und den frisch sanierten Wohnhäusern ideale Bedingungen für ein kindgerechtes Leben: „Hier können Kinder Kinder sein.“

(Text und Fotos: Stephan Klumpp)

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